Proteine – ein wichtiger Baustein für unseren Körper

Das Wort Protein wurde erstmals 1839 in einer Veröffentlichung von Gerardus Johannes Mulder benutzt. Diese Bezeichnung wurde ihm 1838 von Jöns Jakob Berzelius vorgeschlagen, der sie von dem griech. Wort πρωτεῖος proteios für ‚grundlegend‘ und ‚vorrangig‘, basierend auf πρῶτος protos für ‚Erster‘ oder ‚Vorrangiger‘, abgeleitet hatte. Dahinter stand die irrtümliche Idee, dass alle Proteine auf einer gemeinsamen Grundsubstanz basieren. Daraus entstand ein heftiger Streit mit Justus von Liebig.

Dass Proteine aus Aminosäurenketten über Peptidbindungen aufgebaut sind, wurde zuerst 1902 auf der 14. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte unabhängig von Emil Fischer und Franz Hofmeister, die beide Vorträge hielten, vermutet. Fischer führte dabei den Begriff Peptid ein.

Was ist Eiweiss ?

Eiweiße, auch Proteine genannt, sind elementare Bausteine allen Lebens und haben viele Schlüsselfunktionen. Sie sind der Stoff, aus dem Körperzellen, Enzyme und Hormone gemacht sind

Proteine sind die Bausteine allen Lebens und haben eine ganze Reihe von wichtigen Funktionen im menschlichen Körper. Als einer der drei Haupt- oder Makro-Nährstoffe spielen Proteine – neben Kohlenhydraten und Fetten – außerdem eine wichtige Rolle als Energielieferant. Mit vier Kilokalorien pro Gramm enthalten Proteine genauso viele Kalorien wie Kohlenhydrate. Fett hat mit neun Kilokalorien pro Gramm mehr als doppelt so viel Energie. Nahrungsproteine bestehen chemisch betrachtet aus langen Ketten, den Aminosäuren. Es gibt einige Aminosäuren, die der Körper unbedingt braucht, aber nicht selbst bilden kann. Diese sogenannten essentiellen Aminosäuren sind lebenswichtig und müssen mit dem Eiweiß aus der Nahrung aufgenommen werden. Protein stammt vom griechischen Wort proteuo, was soviel bedeutet wie „ich nehme den ersten Platz ein“. Das ist gar keine so verkehrte Beschreibung, denn wir könnten schlicht nicht existieren ohne Proteine. Umgangssprachlich nennt man Protein auch Eiweiß.

Lebensmittel mit viel Eiweiß sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. Eiweiße sind im Grunde ein Baustoff für unseren Körper. Sie sind am Muskelaufbau und -erhalt beteiligt, Teil von Hormonen, Enzymen und stabilisieren Gewebe, von Organen und Immunsystem. In jeder Zelle stecken mehrere tausend verschiedener Proteine.

Chemisch gesehen enthalten Proteine neben den drei Elementen C (Kohlenstoff), O (Sauerstoff) und H (Wasserstoff) noch Stickstoff (N), der eine wichtige Rolle im Organismus spielt. Deshalb sind sie bei zahlreichen Abläufen, die den Stickstoffhalt im Körper betreffen, lebenswichtig.

Die Proteine bestehen aus Bausteinen (die aus den chemischen Elementen aufgebaut sind), den sogenannten Aminosäuren, von denen der Körper 20 braucht, acht aber nicht selbst herstellen kann (Leucin, Tryptophan, Threonin, Methionin, Valin, Isoleucin, Lysin, Phenylalanin). Diese Aminosäuren nennt man auch „essentiell“. Das heißt, sie müssen über eiweißhaltige Nahrung aufgenommen werden.

Die Art und Menge der Aminosäuren bestimmen maßgeblich, welchen Wert in der Ernährung das jeweilige Eiweiß hat. Dabei ist Eiweiß nicht gleich Eiweiß, je nach Quelle sind die Proteine aus unterschiedlichen Arten und Mengen an Aminosäuren zusammengesetzt.

Eiweiß: Energiequelle und Zellbaustein

Proteine sind die Baustoffe für Zellen und Gewebe, zum Beispiel Muskelfasern, Organe und Blut. Aber auch Enzyme, verschiedene Hormone, etwa Insulin, und die Antikörper des Immunsystems sind aus Aminosäuren aufgebaut. „Da unsere Körperzellen ständig erneuert werden, sind sie auf die regelmäßige Zufuhr von Protein angewiesen“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Dabei komme es nicht nur auf die Menge, sondern auch auf die Qualität der Eiweiße an. Neben den essentiellen oder unentbehrlichen Aminosäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann, muss auch eine ausreichende Menge an sogenannten entbehrlichen Aminosäuren mit der Nahrung verzehrt werden. „Je ähnlicher das Aminosäuremuster des Nahrungsproteins dem des körpereigenen Proteins ist, desto höher ist seine biologische Wertigkeit. Die biologische Wertigkeit sagt aus, wie viel Gramm Körperprotein aus 100 Gramm Nahrungsprotein gebildet werden können“, erklärt Restemeyer.

Proteine mit hoher biologischer Wertigkeit

Fettarme Milch und Milchprodukte, fettarmes Fleisch, Fisch und Eier enthalten Proteine mit hoher biologischer Wertigkeit. Aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Getreideflocken, Brot, Kartoffeln und Hülsenfrüchte enthalten Protein, wenn auch mit niedrigerer biologischer Wertigkeit. „Durch die Kombination von tierischen und pflanzlichen Nahrungsproteinen kann insgesamt eine höhere biologische Wertigkeit erreicht werden. Die verschiedenen Proteine ergänzen sich gegenseitig“, sagt Restemeyer.

Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:

Eier

Fisch

Fleisch

Hülsenfrüchte (Soja und Lupinen ca. 40 %, Bohnen und Erbsen ca. 20 %) sowie andere Pflanzensamen wie zum Beispiel Raps (ca. 40 %)

Milchprodukte (Käse und Quark)

Nüsse

Eine weitere Proteinquelle ist die Quinoa-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14 g auf 100 g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält. Ihrer Bedeutung als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon das Jahr 2013 zum Jahr der Quinoa, da sie besonders in der Zeit des Klimawandels als wichtige Nahrungsquelle dienen und den Hunger in den Entwicklungsländern bekämpfen soll.

So wirken Proteine im Körper

Nahrungseiweiße sind zusammengesetzte Aminosäuren. „Im Darm schlüsseln Enzyme die Nahrungsproteine auf, so dass die Aminosäuren über die Blutbahn an den Zielort im Körper transportiert werden“, sagt Professor Johannes Erdmann, Internist und Leiter der Ernährungsmedizin an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Dort haben die „Bausteine des Lebens“ verschiedene Funktionen: Proteine erhalten die Struktur unserer Körperzellen, aber auch Enzyme und Hormone, die wichtige Körpervorgänge regeln, benötigen Aminosäuren für ihren Aufbau und ihre Funktionen.

Wie viel Eiweiß ist gesund?

Eiweißmangel führt besonders während des Wachstums zu körperlicher, im Extremfall sogar zu geistiger Unterentwicklung. In den Industrieländern ist diese Gefahr aber nicht gegeben. Die empfohlene Proteinzufuhr pro Tag liegt bei 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht für Erwachsene und 0,9 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht für Kinder und Jugendliche im Wachstum.

Die meisten Menschen nehmen eher mehr Eiweiß als die empfohlene Tageszufuhr zu sich. Allerdings ist eine erhöhte Proteinaufnahme für gesunde Menschen in der Regel nicht schädlich. „Aminosäuren, die der Körper nicht mehr benötigt, werden unter anderem zu Harnstoff umgebaut und über die Nieren wieder ausgeschieden“, erklärt Professor Erdmann. „Gesunde Nieren werden durch einen Eiweiß-Überschuss aber nicht geschädigt.“ Bei Nierenerkrankungen raten Ärzte jedoch, den Eiweißanteil in der Nahrung zu beschränken.

Viele eiweißreiche tierische Produkte wie Würste, Wurstwaren und Käse enthalten auch eine beträchtliche Menge an Fett. Ein Überkonsum fördert auf Dauer nicht nur eine Gewichtszunahme, sondern kann zu Fettstoffwechselstörungen führen. „Besser wäre der Verzehr von eiweißhaltigen Lebensmitteln mit wenig Fett, zum Beispiel fettarmes Fleisch und fettarme Wurst, Milchprodukte wie Quark, Frischkäse und Joghurt sowie Eier“, empfiehlt Erdmann.

Eiweiß und Muskulatur

Muskeln enthalten viel Eiweiß, so viel ist richtig. Dass Muskelmasse durch eine erhöhte Eiweißzufuhr schneller aufgebaut wird, ist aber ein Trugschluss. „Muskulatur wird durch entsprechendes Training aufgebaut, nicht durch den Verzehr von Eiweiß“, sagt Erdmann. Zwar laufen bei körperlicher Aktivität vermehrt Eiweiß auf- und abbauende Prozesse in der Muskulatur ab, die durchschnittlich mit der Nahrung aufgenommene Proteinmenge reicht aber völlig aus, um den Eiweißbedarf zu decken – auch den von Sportlern, wenn sie sich dem erhöhten Energiebedarf entsprechend abwechslungsreich und vollwertig ernähren. Vorsicht ist allerdings bei extremen Diäten geboten: Bei stark reduzierter Kalorienzufuhr baut der Körper nicht nur Fett, sondern auch Muskelgewebe ab.

Proteinbedarf

Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.

Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3 g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8 g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahren alten – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20 % erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit (0,91–1,2) deutlich höher einschätzt.Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an.

Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die (portale) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser unentbehrlichen (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.

Proteinmangel

Ein Mangel an Protein kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu Marasmus, Kwashiorkor oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.

Die Eiweißmangelkrankheit Kwashiorkor tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem Hungerbauch zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie Albumin kommt es auch in anderen Körperregionen zu Ödemen (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u. a. verminderte Haarpigmentierung Wachstumsverzögerung Lebervergrößerung Muskelschwäche Apathie

Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“.

Veröffentlicht von Etiennes kleine Welt

Ich bin Vater einer 7 Jährigen Tochter und nehme euch mit in meinem Alltag.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: